Was bedeutet RRM für Europas Banken? - Lombard Risk

Was bedeutet RRM für Europas Banken?

Ralf Menegatti

Ralf Menegatti

RRM – und seine Auswirkungen auf die Regulierungspflichten der Banken in der EU

Das Paket der Maßnahmen zur Risikominderung „Risk Reduction Measures“ (RRM) wurde am 15.04.2019 von der EU-Kommission genehmigt und zeigt den regulatorischen Weg für die nächsten 3 Jahre für die in der EU tätigen Banken auf. Sie werden Anfang Juli 2019 veröffentlicht. Die Vorschriften werden voraussichtlich bis Ende des Jahres in lokales Recht umgesetzt und gelten spätestens bis zum 31.12.2020. Einige wie FRTB und TLAC (siehe unten) sind ab sofort verfügbar.

Lassen Sie uns die wichtigsten Themen des Pakets skizzieren.

  1. CRR II (Capital Requirements Regulation): Die CRR II schließt zunächst die Maßnahmen ab, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der CRR I bereits ergriffen waren und sich aus den Basel III-Anforderungen ergaben. Hierzu zählen im Wesentlichen die Anforderungen zur Begrenzung der Leverage Ratio sowie der Net Stable Funding Ratio. Beide sind seit 2014 als Meldepflichten in der EU in Kraft und werden nun verbindliche Mindestquoten sein.
  2. Richtlinie zur Sanierung und Abwicklung von Banken (BRRD) und Verordnung über den einheitlichen Abwicklungsmechanismus (SRMR):
    TLAC (“Total Loss Absorbing Capacity”) beschreibt die Haftung der Aktionäre und die Regeln für die Nachrangigkeit der Mindestanforderungen für Eigenmittel und zulässige Verbindlichkeiten (MREL). Eine neue Kategorie von Großbanken, die sogenannte “Top-Tier”, wird verschärft Banken “mit einer Bilanzsumme von mehr als 100 Mrd. EUR eingeführt. Basel III ist hier nur teilweise implementiert, da die neuen globalen Standards von Basel III kurz nach dem RRM veröffentlicht wurden.
  3. Marktrisiko: Die vom BCBS 2017 verabschiedete Handelsbuch Direktive “Fundamental Review of the Trading Book” (FRTB) wurde ausdrücklich vom Anwendungsbereich des Bankenpakets ausgenommen. Stattdessen verabschiedeten die Gesetzgeber eine Berichtspflicht, die anwendbar sein wird, sobald die auf internationaler Ebene überprüften Elemente über eine Reihe von delegierten Rechtsakten eingeführt wurden.
  4. Verhältnismäßigkeit: Die Offenlegungspflichten werden für kleinere und weniger komplexe Banken verhältnismäßiger ausgelegt. Darüber hinaus profitieren kleine Banken von einfacheren und konservativeren Aufsichtsstandards sowie einer Reduzierung des Meldeaufwands, insbesondere für das Marktrisiko, die NSFR, das Kontrahentenrisiko, das Zinsrisiko im Bankbuch und die Vergütung. Bitte beachten Sie weitere Kommentare zu SA-CCR unter Punkt 8).
  5. Nachhaltige Finanzierung: Die EBA erhielt den Auftrag, zu untersuchen, wie Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken (ESG) in den Aufsichtsprozess einbezogen werden können und wie der umsichtige Umgang mit Vermögenswerten im Zusammenhang mit Umwelt- oder Sozialzielen aussehen sollte. ESG-bezogene Risiken müssen auch von großen Instituten öffentlich bekannt gegeben werden.
  6. Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche (AML): Die Zusammenarbeit und der Austausch von Informationspflichten zwischen Aufsichts- und Geldwäschebehörden werden verstärkt, und mehreren wichtigen Aufsichtsinstrumenten, wie z und Bewertungsprozess.
  7. IPU: Dies ist eine Änderung der Aufsicht über Bankinstitute und -gruppen mit Sitz in einem Drittland außerhalb der EU. Zukünftig muss eine “Intermediate Parent Unit” (IPU) eingerichtet werden, die die Grundlage für die Bankaktivitäten dieser Gruppe in der EU bildet und unter der alle relevanten Einheiten konsolidiert werden. Diese Verpflichtung beginnt mit einem kombinierten Bilanzvolumen von mehr als 40 Mrd. EUR, das auch abhängige Zweigniederlassungen innerhalb der EU umfasst.
  8. Die Implementierung des Standardansatzes für das Gegenpartei-Ausfall-Risiko (SA-CCR) ist das Ergebnis des Basler Standards BCBS 279, führt jedoch zusätzlich eine vereinfachte Version des SA-CCR für kleinere, weniger komplexe Banken ein. Gleichzeitig können einige Banken die noch einfachere Original-Exposure-Methode verwenden. Außerdem wird eine höhere Kapitalqualität als Kapitalbasis für die Berechnung der Obergrenze für Großkredite eingeführt. Risikopositionen in Kreditderivaten, die unter Verwendung des SA-CCR berechnet werden; und das Engagement zwischen G-SIBs wird auf 15 Prozent reduziert.

Fazit

Dies sind die Hauptpunkte, aber was wir im Allgemeinen sehen: Die Vorschriften verlangen ein feines Netz von Kontrollen, Regeln, Dokumentationen und Analysen, die zu einem kohärenten, sorgfältigen und transparenten Datenuniversum verwoben sind. Jetzt sind die NSFR und die Leverage Ratio verbindlich, viele der gemeldeten Werte und Renditen sind bedeutender, was sich direkt auf die Bilanz und die finanzielle Gesamtsituation auswirkt.

Die gleiche Bindung und Bedeutung gilt für die Verwendung von Standardmodell- und internen Modellmethoden. Da für diesen speziellen Bereich zu viele Details übrig sind, um sie hier speziell zu erwähnen (Hinweis: Dies wird im nächsten Artikel ein Thema sein).

Die Banken müssen sich darauf konzentrieren, höchste Standards für das Daten- und Risikomanagement festzulegen, wenn sie alle diese Richtlinien und Maßnahmen rechtzeitig umsetzen müssen. Dieser Horizont wird auf 18 bis 24 Monate festgelegt. Höchstwahrscheinlich muss Ihre Bank bis zum 1. Quartal 2021 bereit sein.

Die Projekte zur Änderung des Meldewesens müssen jetzt gestaltet und eingeleitet werden, falls dies noch nicht geschehen ist.

Ausblick nach RRM

Und, lieber Leser zweifellos ist das nächste Paket auf dem Weg, CRR3 zusammen mit dem Rest von Basel 3 plus den vollständigen Basel 4 Überlegungen, die bereits auf dem Tisch liegen. Dies wird voraussichtlich im Jahr 2022 eintreffen.